Vor dem Hintergrund der rauen Seelandschaft Norfolks entwickelt Trezza Azzopardi eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte, stürmisch düster und leuchtend tröstlich zugleich.
Von seinem Zwillingsbruder ist Lewis nur ein Silberarmband geblieben und der jahrelang genährte Hass gegenüber Cal, den er für dessen Tod verantwortlich macht. Weder über den Verlust des Bruders noch über den Gesichtsausdruck der Mutter, als sie sah, welcher ihrer beiden Söhne überlebt hat, ist Lewis je hinweggekommen. Anna fühlt sich verpflichtet, ihrer alternden Mutter beizustehen, und bricht nach Norfolk auf, zu der kleinen Pension, die diese dort führt, in allem das glatte Gegenteil ihrer selbst: laut,
unbekümmert, lebenslustig und frivol. Frustriert von der Tatsache, der Mutter auch diesmal nichts recht machen zu können, trifft Anna hier auf Lewis. Es ist Liebe auf den ersten Blick —auch wenn es für einen Moment so aussieht, als stieße dieses bergeversetzende Phänomen bei diesen beiden in Einsamkeit trainierten Menschen an seine Grenzen. Mit Sensibilität und kraftvoller Poesie erzählt Trezza Azzopardi eine bewegende Geschichte, die den Leser gespannt durch die Seiten treibt. Dabei gewinnt sie den menschlichen Tragödien auch ihre komischen Seiten ab. Turmalin ist ein trauriger und zugleich heiterer, unbedingt lesenswerter Roman.
Ihr Debütroman Das Versteck (Berlin Verlag 2001) wurde für den Booker Prize und den Guardian First Book Award nominiert.
Pierre Wazem, Tom Tirabosco:
Im Dunkeln
Avant-Verlag, Broschur
Toine Heijmans:
Irrfahrt
Arche, Festeinband
Virginie Despentes:
Apokalypse Baby
Berlin Verlag, Festeinband
Florian Scheibe:
Weiße Stunde
Luftschacht, Festeinband
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