Der Ich-Erzähler dieses Romans, Polizeiarzt und Restaurantbesitzer, führt ein Doppelleben auf zwei sehr nahe beieinander gelegenen Inseln in einer großen modernen Stadt.
Die doppelte Verortung seines Lebens mag als Grundmetapher für die Zerrissenheit seiner Figur gelten, sie ist zugleich jedoch auch eine besondere Ausgangslage, um die Beobachtung unserer Welt zu schärfen. Beginnt der Roman mit dem Geräusch eines plötzlich einfallenden Platzregens über der Stadt, so werden seine Figuren im Laufe der Erzählung einer Eiseskälte ausgesetzt, die ein letztes Mal in ein Bild gewandelt wird: der steinerne Friedhof als kälteste Form von Leblosigkeit selbst genügt nicht mehr, um der seelischen
Haltlosigkeit des Protagonisten ein Zuhause zu gewähren. So wird er, die WINTERREISE hat es uns schon einmal sehr deutlich gemacht, weitergehen müssen mitten hinein ins eiskalte Leben – und die Erzählung davon birgt eine Wärme und Intensität, die das kostbare Gut Leben nur um so fragiler erscheinen lässt.
2008 ist dort sein erster Roman La Vie pétrifiée erschienen.
Pierre Wazem, Tom Tirabosco:
Im Dunkeln
Avant-Verlag, Broschur
Toine Heijmans:
Irrfahrt
Arche, Festeinband
Virginie Despentes:
Apokalypse Baby
Berlin Verlag, Festeinband
Florian Scheibe:
Weiße Stunde
Luftschacht, Festeinband
sf magazin lebt von Werbung. Sie haben keine Berechtigung, diese Site mit eingeschaltetem Ad-Blocker (Werbeblocker) zu surfen!
>>> Mehr Info ...