Zwei Querdenker gegen den Rest der Welt
Ein Duell in Worten. Zwei der sichtbarsten literarischen Gestalten Frankreichs begegnen sich zum Schlagabtausch: Bernard-Henri Lévy und Michel Houellebecq. Der »Philosoph ohne Ideen, aber mit Beziehungen« trifft auf den »Nihilisten, Reaktionär, Zyniker, verschämten Frauenfeind« – wie Houellebecq das ungleiche Paar gleich zu Beginn gewohnt schonungslos charakterisiert. Lévy kontert: »Ich muss schon sagen, Sie gehen ganz schön ran, lieber Michel, mit ziemlich enormen, schön provozierenden Geständnissen.«
Ihr furioser Briefwechsel betreibt gnadenlose Selbstanalyse. Zwei narzisstische Persönlichkeiten fragen sich, womit sie
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den Hass der Öffentlichkeit verdient haben, sie kommen auf ihre Väter zu sprechen, auf die verachteten Journalisten und Literaturkritiker und sezieren das eigene Image mit einer so klugen Koketterie, dass man nur bewundernd staunen kann.
1980 erhielt er sein Diplom als Agraringenieur, danach arbeitete er im Informatik-Bereich.
Houellebecq veröffentlichte zunächst Gedichtbände, für die er bald mit Preisen ausgezeichnet wurde. 1992 wurde ihm der Prix Tristan Tzara für „Suche nach Glück“, 1996 der Prix de Flore für „Der Sinn des Kampfes“ verliehen. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit seinem ersten Roman „Ausweitung der Kampfzone“.
Sein zweiter Roman, „Elementarteilchen“, erschien im Herbst 1998 und wurde noch im gleichen Jahr mit dem angesehenen Prix Novembre und dem Prix du Meilleur Livre de l’Année des Literaturmagazins „Lire“ ausgezeichnet. Der visionäre Gesellschaftsroman erschien in über 25 Übersetzungen und wurde zum viel diskutierten Kultbuch.
Die Werke des als Stimme des 20. Jahrhunderts geltenden Skandal- und Kultautors wurden verfilmt und für die Bühne dramatisiert; seine Gedichte vertonte Houellebecq mit seiner Band („Présence humaine“, 2000).
Im Jahr 2002 erschienen Michel Houellebecqs Essay über den amerikanischen Autor H.P. Lovecraft, „Gegen die Welt, gegen das Leben", und der Roman „Plattform". Zuletzt wurde 2008 sein Briefwechsel mit Bernard-Henri Lévy, „Ennemis Publics", veröffentlicht.
Michel Houellebecq lebt heute in der irischen Grafschaft Cork.
Er veröffentlichte u.a. ›Der Teufel im Kopf‹ (1986), ›Die abenteuerlichen Wege der Freiheit‹ (1992), ›Sartre. Der Philosoph des 20. Jahrhunderts‹ (2002) und ›American Vertigo‹ (2007).
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