Das hört sich nach gutem Mingle-Mangle an. Doch Cobley heißt nicht Shakespeare. Cobley holt sich aus vielen abgegriffenen Töpfen menschlichen politischen Handelns etwas raus. Die Melange bleibt abgestanden, obwohl Cobley sie in eine bunte Zukunft transportiert. Das Buch hat vieles von dem, was der Genre-Fan schätzt: viele Spezies, millionenalte Verstrickungen und Rivalitäten, viele Akteure. Aber elegant erzählt ist das alles nicht.
Der Ausgangspunkt ist schnell erklärt: Während der die Erde bedrohenden 'Swarm Wars' konnten drei Kolonistenschiffe flüchten und ihre Spuren verwischen. Allerdings auch für die Menschheit, die den Krieg im weiteren Verlauf doch für sich entscheiden konnte. 150 Jahre später, die Menschheit hat seit langem Kontakte, Allianzen - und weitere Kriege - mit anderen Spezies, entdeckt ein Scout-Schiff tatsächlich die Kolonie der Nachfahren aus einem der Flucht-Schiffe. Sie zählt 2,7 Millionen Bewohner. Gleichwohl bisher nicht wahrgenommen, liegt sie in einem Raumsektor, der geschichtlich schon einiges gesehen hat, Schlachtfeld ganzer Völker war, und auch momentan mitten in der Rivalität mindestens zweier Mächte liegt...
Cobley spannt hierum die Geschichte eines ansetzenden Gold-Rush's, als sich die Neuigkeit wie ein Lauffeuer in der Galaxie verbreitet. Die archaische, zurückgebliebene Welt soll von wenigen altruistisch handelnden Fraktionen möglichst sanft in die „Moderne“ eingebettet werden, weitaus mehr Fraktionen schicken sich an, die Hebel in Bewegung zu setzen um eine Mark zu machen, mit den „Hinterwäldlern“. Hinzu kommen etliche Geheimnisse untergegangener Völker auf dem Planeten und seinem ebenfalls - von einer anderen Spezies - bewohnten Mond.
Wahnsinnig viel versucht Michael Cobley zusammenzurühren in „Seeds of Earth“ und erzeugt doch keine Faszination, wie bei einem Parfüm, das zu viele Ingredienzen hat.
Den Aufbau seines Romanes versucht er durch ein bekanntes Muster zu bewältigen: Von Kapitel zu Kapitel wechseln sich die Protagonisten ab, um per Innerem Monolog oder in der Dritten Person der Geschichte Bausteine und Erfahrungen hinzuzufügen. Es mag sich jedoch keine Kongruenz zwischen den zu einer Person gehörenden Abschnitten einstellen. Cobley scheint sich zu sehr an das Schema dieser Kapitelabfolgen, an eine bestimmte Frequenz, zu klammern. Eine Variierung in Länge und Erzählstruktur, die Bedeutungsunterschiede hervorheben würde, oder Kontrapunkte setzen würde, findet nicht statt. Zudem bleibt der „Klang“ der Kapitel, unabhängig also von der erzählenden Figur, gleich. So wirkt das schnell mühselig, wie bei einem Schulbuch, von dem man Chapter um Chapter durchnimmt, in öder Routine.
Entsprechend kommt man keiner der vielen Figuren wirklich nahe. Gute SF solle sich laut Andreas Eschbach fragen „Was ist der Mensch?“ Radikal und unabhängig. Das hat Michael Cobley vergessen.
Die vielen Fraktionen an fremden und humanoiden Spezies, geben dem Leser in Inneren Monologen ständig politische und historische Zusammenhänge preis, ohne ihm a) Cliffhanger zu geben und b) ohne ihn selber mit seiner eigenen Phantasie wie ein gut beobachtender Detektiv Mutmaßungen anstellen lassen zu können. Er nimmt viel vorweg: Man weiß, es gibt die und die Partei, und sie werden alle versuchen, die kleine Kolonie zu übervorteilen.
Da bilden sich innerhalb eines nur kleinen Absatzes wahre „Cluster“ an Information, steif vorgetragen wie ein Stock:
„[...] some of our allies joined the Sendruka Hegemony in their interdiction against the Jesme Aggregation because one of their planet-clans was supporting insurgents within Brolturan territory. [...] the Earthplus Council, cut off all ties with the homeworld, and started calling themselves the Vox Humana League.“
Besprochene Ausgabe: Orbit (engl.) | 2009 | 650 Seiten | Broschur* | € 11,99
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1. Fabia Morger: Amabilia (2011)
2. Neal Asher: Der eiserne Skorpion (2010) - Orig.: Shadow of the Scorpion (2008), engl.
3. Philip Palmer: Zone (2008) - Orig.: Debatable Space (2008), engl.
4. Frederik Pohl: Gateway (2004) - Orig.: Gateway (1976), engl.
5. Joe Haldeman: Der ewige Krieg (2000) - Orig.: The Forever War (1988), engl.
Markus Stromiedel:
Die Kuppel
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John Ringo:
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Ian Whates:
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Ernest Cline:
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John M. Cusick:
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