»Die Pubs waren willig, doch das Bier war schwach.«
London bleibt ein Abenteuer für jeden Fremden – nicht zuletzt des britischen Bieres wegen, das einen Pub-Besuch zur existenziellen Herausforderung macht: Kann es sein, dass man nichts von der englischen Seele begreifen kann, weil der kontinentale Gaumen bereits an der Verkostung einheimischer Ales scheitert?
Ale ist mehr als ein Getränk, Ale ist englische Seele pur. Matthias Politycki hat sich ihrem Wesen pint für pint nähergetrunken und dabei eine ebenso schräge wie systematische Feldforschung wider den bierischen Ernst betrieben. Nun zieht der »eminente Humorist« (Die Zeit) Resümee und legt ein beherztes Trostbüchlein für den
touristischen Trinker vor. Was als ausgesprochen lässige tour de pubs durchs angesagte Londoner East End beginnt, entpuppt sich als Stationendrama nach dem Muster des Passionswegs: ein heldenhaftes Urbesäufnis für den guten ethnologischen Zweck – Völkerverständigung in Versform und am Ende eine Reise hinter die Fassade einer Weltstadt in tiefster Provinz.
Der »größte lebende Sprachkulinariker unter den deutschen Dichtern« (Die Welt) hat seit 1987 – neben Essays, Romanen, Erzählungen und der preisgekrönten Jenseitsnovelle – regelmäßig Gedichtbände publiziert; seinen bislang letzten, Die Sekunden danach, rühmte der Focus als »Lyrikband eines Profis, effektsicher, formbewusst, intelligent, abwechslungsreich«. Nachdem Politycki ein Vierteljahr in London verbracht hat, legt er nun ein kleines (Anti-) Heldenepos vor – eine freche Hommage an die Stadt und den Höhenrausch, in den sie selbst einen ausgebufften Satiriker versetzen kann.
Pierre Wazem, Tom Tirabosco:
Im Dunkeln
Avant-Verlag, Broschur
Toine Heijmans:
Irrfahrt
Arche, Festeinband
Virginie Despentes:
Apokalypse Baby
Berlin Verlag, Festeinband
Florian Scheibe:
Weiße Stunde
Luftschacht, Festeinband
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