Das Psychogramm einer Familie – Blick in die Abgründe der Seele
Die scheinbar fröhliche und kraftvolle Lily stürzt sich, erst 24-jährig, von einer Brücke in den Tod. Ihr Vater, Sebastian Zinnwald, von Beruf Architekt, schließt sich in sein Bauernhaus im Engadin ein und bricht die Kontakte zur Außenwelt ab. Seine Trauer ertränkt er in Ohnmacht und Sprachlosigkeit. Die ältere Tochter Veronika, alleinerziehende Mutter zweier Söhne und erfolgreiche Kinderärztin in Berlin, leidet unter dem Schweigen des Vaters.
Zwölf Jahre nach Lilys Tod bittet der mittlerweile 71-Jährige seine Tochter um ihren Besuch. Aber die Gespräche über Lily verwandeln sich in gegenseitige Anklage.
Die Trauer hat beide einsam und hart gemacht.
Mit einer Hommage an Adalbert Stifters berühmte Erzählung Der Hagestolz findet die Geschichte ihr Finale in den Dinosaurier-Hallen des „Museum of Natural History" in New York.
Klemens Renoldner erzählt diese Geschichte sprachlich virtuos und in schonungsloser Offenheit. Erzählung und Dialog, Träume und tragikomische Szenen wechseln sich ab. Wir tauchen ein in das Verwirrspiel von Erinnerung, Fantasie, Traum und Wirklichkeit, das wir Leben nennen.
Er studierte Literatur und Musik und war 20 Jahre an Theatern in Österreich, Deutschland und der Schweiz als Dramaturg und Regisseur engagiert. Seit 2008 ist er Direktor des „Stefan Zweig Centre“ an der Universität Salzburg. Er lebt in Anthering nahe Salzburg. Veröffentlichungen: Erzählungen und Kurzprosa, wissenschaftliche Studien, Essays zur zeitgenössischen Literatur. 2003 erschienen seine Gespräche mit dem Schweizer Schriftsteller und Historiker Niklaus Meienberg.
Pierre Wazem, Tom Tirabosco:
Im Dunkeln
Avant-Verlag, Broschur
Toine Heijmans:
Irrfahrt
Arche, Festeinband
Virginie Despentes:
Apokalypse Baby
Berlin Verlag, Festeinband
Florian Scheibe:
Weiße Stunde
Luftschacht, Festeinband
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