John Peel ist der liebe Gott eines musikalischen Universums, das er eigenhändig geschaffen hat.
Seine obsessive Suche nach dem Neuen in der Musik und seine Abneigung gegen Mittelmaß und Mainstream machten den Briten zum einflussreichsten DJ der Musikgeschichte. Mit seinen BBC-Sendungen, die weltweit zu hören waren, prägte er vierzig Jahre lang Musikfans und Musiker. Unzählige Bands haben ihm ihren Erfolg zu verdanken, ganze Genres wie Punk, Rap, Techno oder Hiphop hätten ohne ihn ein anderes Gesicht. Die Liste von Musikern, die er bekannt machte, ist endlos. Jimi Hendrix, David Bowie, Roxy Music, Grateful Dead, The Smiths und The White Stripes sind nur einige Namen.
Peel hatte keine objektiven Kriterien, was gute
Musik ausmacht. Er vertraute auf seinen unmittelbaren, subjektiven Eindruck: »Als ich mit 13 das erste Mal Little Richard schreien hörte, das klang so wild, so exzessiv, dass ich Angst hatte, auf der Stelle wahnsinnig zu werden. Im Grunde ist es diese Erfahrung, auf die ich noch heute hoffe, wenn ich eine Platte auflege.«
Während der Arbeit an seiner Autobiografie, für die der englische Verlag über zwei Millionen Euro hinblätterte, starb John Peel unerwartet an einem Herzinfarkt. Seine Frau, die er liebevoll »The Pig« nannte, schrieb das Buch zu Ende.
Die englische Musikzeitschrift "New Musical Express" hat ihm noch zu Lebzeiten den eigens für ihn geschaffenen Godlike Genius Award verliehen. Die BBC rief den 13. Oktober zum internationalen John-Peel-Day aus und erinnert damit an Peels letzte Sendung am 14. Oktober 2004.
Pierre Wazem, Tom Tirabosco:
Im Dunkeln
Avant-Verlag, Broschur
Toine Heijmans:
Irrfahrt
Arche, Festeinband
Virginie Despentes:
Apokalypse Baby
Berlin Verlag, Festeinband
Florian Scheibe:
Weiße Stunde
Luftschacht, Festeinband
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