Die Ausgangssituation: eine Frau verlässt ihren Mann.
Sie, Dora, ist in die Schweiz gefahren, auf Kur, und kommt nicht zurück. Er ist Pfarrer, es sind die Worte der Liebe, die er seiner Gemeinde predigt, er, dem die eigene Liebe den Rücken gekehrt hat. Jetzt schreibt er ihr Briefe, morgens, wenn es graut, abends, wenn es dämmert, nachts, wenn es dunkel ist: er fleht, er beschimpft, er räsoniert, er zerstört, er droht, er fleht, er skizziert das Bild seiner eigenen Zerrissenheit – und sie, antwortet sie ? Ihre Briefe bleiben uns vorenthalten, wir erahnen sie nur aus der kaum objektiven Sicht des Mannes: zwangsläufig Opfer, zwangsläufig schuldig. Aber auch erschreckend ungebunden, unbestechlich, unbeugsam: eine
freie Frau, die sich jeder Konvention entzieht.
Bessette gelingt es in der für sie typischen Schärfe und genauen Handhabe der Sprache die Tragödie eines Bruches zu skizzieren und mit ihr die Komplexität der darin gebundenen Gefühle. „Es ist wie ein Schlund, der nach Ihnen schnappt, ein schwindelerregender Fall in die Abgründe eines irrenden Bewusstseins.“
Elisabeth Philippe, Les Inrockuptibles
Ihre Romane wurden häufig für den »Prix Goncourt« vorgeschlagen und erhielten auch Voten, aber nie ausreichend viele – die Autorin blieb einer großen Leserschaft unbekannt. Heute, Hélène Bessette starb am 10. Oktober 2000 in Le Mans, wird sie in Frankreich wiederentdeckt.
(Auszug aus dem Pressetext des Secession Verlag)
Pierre Wazem, Tom Tirabosco:
Im Dunkeln
Avant-Verlag, Broschur
Toine Heijmans:
Irrfahrt
Arche, Festeinband
Virginie Despentes:
Apokalypse Baby
Berlin Verlag, Festeinband
Florian Scheibe:
Weiße Stunde
Luftschacht, Festeinband
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