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- eBooks und der schnelle Abschied vom Papier

Viele gute eBooks - auch umsonst. Den eBook-Reader muss man leider in Amerika kaufen.
Auch in der SF bieten viele bekannte und weniger bekannte Autoren ihre Bücher im Zeichen der Creative Commons Lizenz als PDF oder in Mobil-Formaten zum Download an.  Von Franz Birkenhauer - sf magazin 06.10.2008
Essay  - eBooks und der schnelle Abschied vom Papier
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Die Zeichen stehen auf Sturm. Diesmal für die Buch-Verlage. War es vor Jahren die Musikindustrie, die durch die plötzliche Verfügbarkeit von Musik im Netz mit Panik und falschen Maßnahmen reagierte, so sind es jetzt die Verlage, die rechtzeitig nach vorn preschen müssen, um ihrem Ausverkauf vorzubeugen. Dass es immer noch keinen genauen Einführungstermin für das führende Reader-Modell „Kindle“ in Deutschland gibt, lässt jedoch schon mal nichts Gutes erahnen. Hat der Konsument erstmal Geld für diese Hardware ausgegeben, wird er auch eher bereit sein, sich kostenpflichtige eBooks zu kaufen, anstatt sich mit den unter der Creative Commons Lizenz zur Verfügung stehenden zu begnügen.

Doch das sind gar nicht so wenige. Die Liste der unter Creative Commons (zur Erläuterung auf sf magazin *...) veröffentlichenden SF-Autoren ist lang. Allein auf der Plattform „MANYBOOKS.NET“ seien genannt John Scalzi, Charles Stross, Peter Watts, Paul McAuley, Cory Doctorow, Jeffrey A. Carver und Marion Zimmer Bradley. Angeboten werden die Bücher in 25 (!) verschiedenen Formaten für alle möglichen Formen von PDAs, für iPod und eBook-Reader.
Auch die Plattform „mobileread.com“ bietet sie in vielen Mobil-Formaten an, von denen die wenigsten Deutschen jemals gehört haben dürften.

(Auf sf magazin * liegen derzeit Rezensionen und Interviews vor von Cory Doctorow zu „Backup“ (Interview) und „Upload“, von Charles Stross zu „Accelerando“, „Halting State“ (kein CC!) und „Saturn's Children“ (kein CC!), von Peter Watts zu „Abgrund“, „Mahlstrom“ und „Blindflug“)

Die für unbekannte Autoren am häufigsten ins Feld geführte Argumentation zur Entscheidung für Creative Commons ist die Erzeugung von Aufmerksamkeit. Sie müssen erst Bekanntheit erlangen, also eine Fan-Gemeinde im Netz, bevor sie überhaupt ihr erstes gedrucktes Buch verkaufen können. Doch auch der kanadische CC-Guru und SF-Autor Cory Doctorow, den man innerhalb der SF mittlerweile nicht mehr vorstellen muss und der beim deutschen Heyne-Verlag mit zwei Buch-Veröffentlichungen vertreten ist, bietet auch sein neuestes Werk „Little Brother“ wieder zum freien Download an. Bisher verkündete er in Interviews, der ökonomische Grund dafür sei ziemlich einfach. Ob Doctorow an dieser Begründung noch lange wird festhalten können, ist zweifelhaft: Er sagt bisher, die Leser sähen elektronische Bücher nicht als Ersatz für gedruckte Bücher. Sie nähmen sie als Anreiz, gedruckte Bücher zu kaufen. Niemand lese lange Texte am Bildschirm, weil Computer einfach zu sehr ablenken würden.

Diese These dürfte mit der Verfügbarkeit der leichten und komfortablen eBook-Reader, die bestimmt in zwei, drei Jahren nur noch so dick sein werden wie eine Folie, obsolet sein. Da bleibt noch die Theorie des „Respekts als Währung“ im Internet, nachdem die Aufmerksamkeit geschaffen ist (Michael H. Goldhaber: Essay "The Attention Economy", 1997). Die ist aber auch in die Jahre gekommen. Vom 'Urbanen Penner' (natürlich eine Berliner Wortschöpfung...) der von Luft, Liebe und seinem Status in der Netz-Gemeinde lebt, will niemand mehr etwas wissen. Von was sich Autoren und Verlage, falls es Verlage in dem Sinne denn noch lange gibt, nun letztendlich in Zukunft ernähren, muss schnell entschieden werden. Die Entwicklung wird ein atemberaubender Thriller und nur Liebhaber werden den noch auf Papier haben.


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