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 23.05.2012         Essay  - Philip Palmer erklärt, wie Science Fiction sein soll Neue Bücher Romane Krimis Thriller Buchtipps Bestseller   
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- Philip Palmer erklärt, wie Science Fiction sein soll

Britischer Newcomer Philip Palmer fragt: „Was wäre wenn?“ - „Wie?“ und - „Wie würde sich das anfühlen?“
Der geübte Drehbuchautor für Film und Fernsehen, Theater-Autor, Radio-Autor, Dozent und jetzt auch SF-Schriftsteller weiß einige Dinge übers Schreiben.  Von Franz Birkenhauer - sf magazin 30.09.2008

Im Dezember 2008 soll die deutsche Ausgabe von Palmer's Debüt als Romancier „Debatable Space“ als „Zone“ auf den Markt kommen. Seit Ende 2007 sorgte der Science-Fiction-Roman, wohl eindeutig dem Genre Space Opera zuzuordnen, im angelsächsischen Raum für Furore. Ein frischer, frecher Wind wehte durchs Genre, die Dialoge Palmer's - im anderen Beruf Screenwriter und Dozent an der Metropolitan Uni Leeds - eher wie aus einer Screwball-Komödie, ordinär und respektlos. Die Figuren knallbunt, widersprüchlich und sympathisch, dabei nie dumpf. Die Geschichte ein Reigen schon mal Dagewesenes, aber sprühender, und manchmal bis auf die Knochen reduziert und manchmal so übertrieben, dass es sich selbst aufs Korn nimmt.

Im Nachwort der Orbit-Ausgabe des Buches schwärmt Palmer über das Genre SF, weil es dem Autor ermöglicht, Ideen zu erforschen und zu dramatisieren, vorgefasste Meinungen über Mensch und Gesellschaft zu überdenken und gleichzeitig das Herz des Lesers mit dem Magischen zu berühren. Zudem liebt er es, in der SF lebhafte und realistische Figuren in wirklich außergewöhnliche Situationen setzen zu können. Das Herz der SF aber sei der Wunsch, mit der Bereitschaft der Leserschaft zu spielen, Unglauben hintenan zu stellen!

Der SF-Schriftsteller frage sich: Was wäre wenn?
Und oftmals wird er eine detaillierte und glaubhafte Erklärung auf die Folge-Frage Wie? liefern.
Schließlich bedient die SF die dritte Frage: Wie würde sich das anfühlen?

Die dritte Frage sollte nach Palmer die treibende Kraft im Erzählen einer Geschichte sein. Das sei natürlich, was jede Erzählung tue: den Leser in die Haut und die Köpfe und die Herzen von anderen hineinversetzen.

Im Interview mit seinem Verleger Orbit freut sich Palmer über neue Entwicklungen in der SF. Zum einen über 'genre-bending', dem Beugen des Genres. So sei etwa Ken MacLeod's kürzlich erschienenes und großartiges „The Execution Channel“ in jeder Zeile wie ein zeitgenössischer Spionage-Thriller à la John Le Carré, bediene aber einige brillante SF-Konzepte. Zum anderen freut er sich über die Entwicklung, der SF-Literatur mehr Irrationalität zuzugestehen. Durch die Konzepte Extrapolation, Spekulation und das Denken des Unmöglichen würde sie zwar von demselben Geist wie die Wissenschaft vorangetrieben, biete aber Raum für das Magische und Schrullige.
So komme etwa Michael Marshall Smith's „Only Forward“, wie ein Krimi der Schwarzen Serie im SF-Gewand daher, beschreibe aber auch Träume und sei dabei äußerst brillant und eigenartig. Natürlich sei es SF und werde auch als solche vermarktet. Aber sei es rational im Sinne von rationaler Wissenschaft oder sei es nur 'anders'?, fragt Palmer.
Auch bemerkt Palmer, die SF sei insgesamt nicht eskapistisch, sondern ziehe im Gegenteil viele passioniert politische Schriftsteller an.


 

 

 

 
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