Essay  - Krimiautor Ian Rankin stellt neue Figur vor Neue Bücher Romane Krimis Thriller Buchneuerscheinungen Bestseller Literatur

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- Krimiautor Ian Rankin stellt neue Figur vor

Life after Rebus
Der Wiederbeleber des schottischen Kriminalromans, Ian Rankin, schrieb sich mit seinem 'Inspector Rebus' in die internationale Top-Liga. Seine neue Figur 'Malcolm Fox' ist Inspektor der Inspektoren: Er arbeitet in der Dienstaufsicht, „The Complaints“.  Von Franz Birkenhauer - sf magazin 20.06.2009

Ian Rankin wohnt in enger Nachbarschaft mit J. K. Rowling (Harry Potter) und Alexander McCall Smith (Ladies' Detective Agency). Deswegen nennt man ihre Straße in Edinburgh „Writer's Block“. Rankin übersetzte das spaßhalber in einem Interview mit "Schreibblockade" ins Deutsche. Davon ist nach über 30 Veröffentlichungen von Romanen und Kurzgeschichten bei ihm nichts zu spüren.

Okay - 2008 (im englischen Original 2007) schickte Rankin in „Ein Rest von Schuld" seine berühmteste Figur 'Inspector Rebus' mit ihrem siebzehnten Fall in den gesetzlichen Ruhestand. Rebus stand für einen „mürrischen, presbyterianischen Cop aus Edinburgh“, so Rankin selber, hinzu kam, dass die Stadt Edinburgh sich von Roman zu Roman selbst zu einem Charakter entwickelte. Rankin konnte in der Form des Krimi die dunklen Facetten des neuen Schottland, mit seinem eigenständigen Parlament, ausleuchten.
Vor einigen Jahren, als Rankin die Verlags-Verträge für die letzten beiden Rebus-Romane unterschrieben hatte, äußerte er sich noch kryptisch: Es gäbe da ja diesen anderen Schriftsteller aus Edinburgh, mit Namen Conan Doyle... Der ließ bekanntlich seinen Sherlock Holmes sterben, als er ihm überdrüssig war und ihn wieder auferstehen, als er in finanzieller Klemme steckte. Schau'mer mal.

Doch seit zwei Jahren herrscht erstmal Ruhe um Rebus. Es gab zwei andere Romane, „Doors Open“, deutsch als „Der Mackenzie Coup“ und „A Cool Head“, bisher nur im Original.
Dem EveningExpress gegenüber beteuert Rankin, Beschäftigung habe er genug, um Rebus nicht nachtrauern zu müssen. So kommt im August 2009 ein Comic von ihm heraus, er schreibt Songtexte für eine Edinburgher Band und arbeitet gemeinsam mit einem Freund an einem Drehbuch. 2008 hatte er eine Oper geschrieben und eine Serie für die New York Times.

Und nun also die Bombe: Beim britischen Verleger Orion ist für September 2009 „The Complaints“ angekündigt, mit der neuen Figur 'Malcolm Fox'. Keiner mag die Leute von der Dienstaufsicht, die ihre eigenen Kollegen unter die Lupe nehmen. Schön zu sehen in der legendären ZDF-TV-Produktion „KDD - Kriminaldauerdienst“, zur Zeit in Wiederholung auf arte. Voll ausgeschrieben geht es um das „Complaints and Conduct Department“ in Schottland, kurz „The Complaints“. Fox ist auch wieder mürrisch, und altersmäßig lässt Rankin ihn da beginnen, wo er auch vor 20 Jahren mit Rebus begonnen hatte: im mittleren Alter. Er ist geschieden, sein Vater sitzt im Altersheim und seine Schwester hängt in einer Misshandlungs-Beziehung fest. Als Fox auf einen Cop angesetzt wird, geht Rankin laut Orion typisch in die Vollen: „An inquiry into personal morality, private vice, friendship, and the state of the nation.“

Dem guardian gegenüber gesteht Rankin, die neue Figur Fox sei „Rebus-esque“, doch mit einem Unterschied: Fox trinkt nicht. Nein, überhaupt nichts. Mist, und wir dachten, Political Correctness sei tot. Schade eigentlich. Und wieder äußert sich Rankin kryptisch: Während des Schreibens hätte er das Gefühl gehabt, „that Rebus was just down the hall from this other guy. Maybe after two books I'll think it's time to go back and find out what Rebus is up to. It won't be planned, because nothing I've done in my life has been planned. I never planned so many Rebus novels and it was never planned that I would start a new character. It's just happened like that."
Der timesonline stellt Rankin aber noch mehr Unterschiede heraus. Rebus sei ein Einzelgänger, ein Maverick, der sich nicht an Regeln halte, und dessen chaotisches Leben von Zigarettenbrandlöchern und Hangovern zernarbt sei. Fox, im Gegensatz, sei ein Pedant, was Regeln betrifft, dessen Hang zum Detail ihn geradezu prädestiniere für das Complaints Department. “Fox is a team player, whiter than white, which Rebus isn't,”

Rankin eröffnet sich mit Fox ein weites Feld. Denn in der Realität ist es so, dass die Dienstaufsicht selten in ihrem eigenen Department auf die eigenen Leute angesetzt wird. Vielmehr ist es so, dass die Beamten quer durchs Land andere Fälle beaufsichtigen. So scheint die Alte Lady Edinburgh nicht mehr zwingend in jedem weiteren Fox-Roman vorkommen zu müssen.

Ian Rankin konnte sich in den Neunzigern in die Renaissance der schottischen Literatur eingliedern und an Bekanntheit gewinnen, obwohl er schon lange vorher schrieb. Dann kamen plötzlich Irvine Welsh (Trainspotting), J. K. Rowling, Kate Atkinson, Dorothy Dunnett und Iain M. Banks, die allesamt Edinburgh entstaubten.
Mit Iain M. Banks trifft sich Rankin regelmäßig, aber anstatt über Literatur zu reden, landen sie nach einigen Whisky immer beim Thema TV-Serien... Dem Leser soll's recht sein, so bleibt die große Diversität der schottischen Literatur erhalten.

      
 

 
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