Es ist ein kurzer Roman und es soll eine kurze Rezension werden. Vorweg: Es ist ein kurzweiliges Buch, das in seiner spitzbübischen Art an die lässige Schreibweise eines Michael Chabon oder John Irving erinnert. Tiefe hat es allerdings keine, jedoch lohnt der Kauf oder der kostenfreie Download allemal, um es an ein, zwei freien Nachmittagen wegzuschlingen.
Doctorow ist Unterstützer der „Creative Commons“-Lizensierung (commons = Allmende, also das gemeinsam Genutzte). Hiermit Lizensiertes darf weitergegeben werden, solange es nicht kommerziell genutzt wird. Doctorow bot nach eigener Aussage seine ersten beiden Romane zum freien Download an, um sich überhaupt einen Namen als Autor zu machen, um dann gebundene Bücher erst in entsprechender Auflage verkaufen zu können.
So hängt sich seine Love- und Kriminalstory, die einige Jahre in der Zukunft spielt, auch am heißen Thema MP3-Musiktausch auf. Zudem spielt er mit den Möglichkeiten ortsungebundenen Arbeitens durch ständig präsente elektronische Kommunikations-Gimmicks. Leider ist dieser Strang schon etwas eingestaubt. Die Originalausgabe erschien 2004 und seine Beschreibungen sind von der Gegenwart so gut wie eingeholt.
Der Wirtschaftskampf zwischen den Kontinenten wird zu einem Gutteil von den „Tribes“ mitbestimmt. Die Mitglieder nutzen exzessiv ihre elektronische Informationsvernetzung, um sich Insider-Wissen und Aufträge zuzuschanzen. Ihre Gemeinsamkeiten: Sie haben ungefähr denselben Wach-/Schlafrhythmus, um den Chats und Blogs zu folgen und gehören zur Kreativ- und Intelligenzelite. Sie verkaufen ihre Ideen. Sie beraten Unternehmen positiv oder sabotieren sie, indem sie künstlich Entwicklungen bremsen.
Die Hauptfigur Arthur hat eine Idee zur Rettung der vermeintlich untergehenden Musikindustrie, die er zusammen mit einem Tribe-Kollegen durchziehen will.
Doch auch in dieser selbsternannten Elite herrschen Gier und Verrat, wie im guten alten Old-School-Kapitalismus.
Der findige i-phone-Besitzer und Überflieger der Gegenwart nutzt sein Gimmick, um Geschäfte abzuwickeln oder nutzt es nur als Gimmick, weil er seine Geschäfte schon gemacht hat und sich ein i-phone leisten kann. Der Hilfsarbeiter und Niedriglöhner bleibt auch in Zukunft ohne i-phone. Die Frage, wer von neuer Technologie profitiert und wie sie verteilt wird, beantwortet Doctorow nicht. Er hat sie sich aber, glaube ich, auch nicht gestellt.
Besprochene Ausgabe: Heyne | 2008
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1. Ernest Cline: Ready Player One (2011), engl.
3. Jeff Somers: Das Ewige Gefängnis (2011) - Orig.: The Eternal Prison (2009), engl.
Markus Stromiedel:
Die Kuppel
Droemer, Broschur
John Ringo:
Planetenkrieg – Feindliche Übernahme
Heyne, Broschur
Ian Whates:
Geisterjagd
Heyne, Broschur
Ernest Cline:
Ready Player One
Crown, Festeinband
John M. Cusick:
Girl Parts - Auf Liebe programmiert
Baumhaus, Festeinband
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