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Charles Stross - Singularität: Buch Kritik Neue Bücher Romane Krimis Thriller Buchneuerscheinungen Bestseller Literatur
 

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- Singularität

(2005) - Orig.: Singularity Sky (2003), engl.
Kurzrezension: Charles Stross – Singularität
 Von Franz Birkenhauer - sf magazin * 02.12.2008
Charles Stross - Singularität
Zoom Charles Stross - Singularität

Man muss es sofort deutlich sagen: Mit „Singularity Sky“, so der Originaltitel, von 2003 hatte Charles Stross noch nicht die Höchsten Weihen der Science Fiction erreicht. Umso erstaunlicher, wie Stross nach den Fingerübungen „Singularität“, so der deutsche Titel, und „Supernova“ sein wahres Können innerhalb kürzester Zeit dann mit dem Roman „Accelerando“, 2005, entfaltet.

Stross wollte wohl eine Funny Space Opera mit hohem und fundiertem Anteil an physikalischen Spekulationen hinsichtlich zukünftiger Reise- und Kommunikationsmöglichkeiten entwerfen. Als Glanzlicht seines Plots sieht er den Anachronismus in der archaischen, feudalistischen Gesellschaft der 'Neuen Republik', die sich jedoch nicht scheut, modernstes Waffenarsenal zu führen und alle Spielarten der Ortsüberwindung im Zuge der Allgemeinen und Speziellen Relativitätstheorie zu nutzen.

Dabei kommen heraus überlichtschnelle, wohlgeformte Raumschiffe mit riesen Messinggriffen auf den Steuerkonsolen. Das kam bei Jules Verne noch kongruent rüber, wirkt hier aber nur aufgesetzt. Zu schablonenhaft setzt Stross Verharren in überkommenen Traditionen dem sich zu Nutze machen von High Tech gegenüber.

Ganz sympathisch kommt zu Anfang die klassische Story-Line Agentin-Agent daher, das Mitfühlen verflüchtigt sich aber schnell, ob der Dürftigkeit der Charaktergestaltung der beiden. Zudem bilden sich keine Ecken und Wendungen im sehr linear gehaltenen Story-Ablauf.

Es kommen schon Ideen vor, die Stross in späteren Werken in atemberaubender Weise weiter ausführt, so etwa das Umwerfen des Gedankens, der Mensch müsse sich mit seinen kompletten 70 Kilogramm Fett, Gewabbel und Knochen auf interstellare Reisen begeben; warum nicht einfach sich digitalisieren, dann passt man auf einen kleinen Speicher, kann sich auf mini-kleinen „Starwisp“-Schiffchen jahrzehntelang durch den Raum treiben lassen und lässt sich irgendwann von den mitgeführten Nanobots wieder als etwas Festes herstellen - oder auch nicht, je nach Lust und Laune.
Doch die Ernsthaftigkeit solcher Ideen wird gleich wieder ertränkt im steifen Slapstick, etwa in Form eines absolut abgegriffenen Charakters wie dem des Admirals 'Kurtz' - einzig gut noch die Namenswahl -, der in ständiger Anti-Political-Correctness Statements wie „Verdammt blöde Spielverderber, diese Neger. Wollten nicht stillstehen und sich abknallen lassen“ von sich gibt.

Um von Zeitdillatation und Quanten zu hören, ist es allemal spannender ein Sonderheft von „Spektrum der Wissenschaft“ zu lesen.

>>> Mehr Bücher im Genre Space Opera ...

Besprochene Ausgabe: Heyne  |  2005

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