Brian Falkner - Der Tomorrow Code: Buchbesprechung Neue Bücher Romane Krimis Thriller Buchneuerscheinungen Bestseller Literatur

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- Der Tomorrow Code

(2010) - Orig.: The Tomorrow Code (2008), engl. (Jugendbuch)
"Warum hier in Neuseeland? Was haben wir denn schon getan, dass wir das verdient hätten?"
Brian Falkner liefert in seinem Öko-Thriller biologische Ausgeburten der Hölle aus Sicht des Menschen, die sich jedoch Mutter Natur ausgedacht hat. Zur Rettung drehen seine jugendlichen Helden ein bisschen am beliebten Zeitparadoxon.  Von Franz Birkenhauer - sf magazin 08.05.2010

Sarah Connor kommt nicht vor in "Der Tomorrow Code". Doch sind wohl die Filme der Terminator-Reihe die bekanntesten Beispiele dafür, wie aufwühlend es für den Menschen immer wieder ist, sich mit den Implikationen der Zeit zu befassen, sie zu durchdenken, und dabei schier verrückt zu werden. Wenn wir Warnungen aus der Zukunft bekommen könnten oder gar Gegenstände, könnten wir alles besser machen - oder es diesmal richtig machen, wie auch immer. Dass der Mensch für sein Verhalten der Natur gegenüber dringend eine vor den Bug braucht, weiß Brian Falkner aber auch so und mit den Mitteln der Fiktion plus einer Prise Science-Fiction macht er dem Leser ganz schön bange.

Das Rad kann Brian Falkner bezüglich des Zeitparadoxon-Themas freilich nicht neu erfinden, formt es aber immer wieder neu aus und hält uns bis zum Ende in Atem. Die zwei fünfzehnjährigen Helden 'Rebecca' und 'Tane' und der achtzehnjährige 'Fatboy' wären froh, wenn sie sich nur mit so etwas Überschaubarem wie dem Großvaterparadox auseinandersetzen müssten: Reise ich in der Zeit zurück und töte meinen Opa, hätte ich dann diese Zeitreise unternehmen können?, etc. ... Die drei Helden dagegen versuchen mal eben, ganz Neuseeland zu retten.

Denn in jedem Fall originell sind Falkner 's biologische Fantasieausgeburten. Schon im Prolog ahnen wir, dass da keine stumpfen Monster am Werk sind, auch nicht unbedingt etwas ganz Kleines, Mikroskopisches - eher eine Kombination aus all dem. Auf jeden Fall hat es die Menschen eines entlegenen Labors sprichwörtlich aus den Schuhen gehauen. Ihre gesamte Kleidung liegt unversehrt rum, von den Körpern fehlt jede Spur.

Mehr oder weniger aus Spaß beschäftigen sich die beiden hellen Rebecca und Tane mit der Suche nach Mustern in Gammaemissionen. Woher sie Aufzeichnungen darüber haben? Zufällig berühmte Wissenschaftler als Eltern, also kein Problem, an die Daten ranzukommen. Trotzdem sind die beiden keine Nerds, sondern kommen schon mal weg hinter ihren Computern. Klar, es sind schon Idealeigenschaften, die Falkner da seinen sympathischen Figuren zuordnet, aber das muss er tun, um seinen guten Plot aufzubauen. Es folgen ein paar thriller-typische Rätselchen wie Buchstaben- und Zahlenkombis und versteckte Morsecodes entschlüsseln oder Binärcodes in ein Pixelbild umwandeln, denn die beiden empfangen Botschaften - aus der Zukunft! Das wird aber nicht übertrieben und geht schon gar nicht in die dumpf mystische Richtung. Die Nachrichten müssen wohl aus technischen Gründen recht kurz sein und so kommen sie oft auch ganz charmant in jedem bekannter SMS-Sprache rüber, wenn etwa FTBY DNT GO Fatboy don't go heißt.

Groß ist trotz des ambitionierten Themas die Abenteuer-Komponente. Mit einem Kleinst-U-Boot treten die drei zuerst alleine ihren Gegnern gegenüber. Doch dann tritt auch noch die Kavallerie in Form von US-amerikanischen Bioterroristenbekämpfern auf den Plan. Ob die was bewirken und eigentlich Freund oder Feind sind, bleibt lange offen. Aber, Jungs: Die Love-Story im Buch, die geht eher Richtung Wunschdenken aus. Teenager-Mädchen landen öfter bei Jungs, die ein paar Jährchen älter sind als sie selber, da hilft auch nicht Belesenheit.

Besprochene Ausgabe: dtv premium | 2010 | 420 Seiten | Broschur* | € 14,90
 
* Festeinband: harte Buchdeckel / Broschur: weiche Buchdeckel

      
 
 
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