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Arturo Pérez-Reverte : Der Schlachtenmaler Romane Krimis Thriller Lesetipps Bücher Buchkritik Literatur
 
Erschienen
05 / 2009
Kurze
Buchvorstellung
(Verlagsinfo)
- Der Schlachtenmaler

Die literarische Aufarbeitung der Frage nach der individuellen Verantwortung in Kriegszeiten

Faulques, ein ehemaliger Kriegsfotograf, malt in einem alten Wehrturm an der Küste ein riesiges Schlachtengemälde. In diese Einsamkeit dringt eines Tages ein Besucher, der Kroate Markovic. Es stellt sich heraus, dass ihn ein Foto von Faulques vor vielen Jahren berühmt gemacht hat. Dieser Ruhm hat sich fürchterlich gegen ihn gewandt – deswegen will Markovic den Fotografen töten.

Doch Faulques verwickelt den Mann in Gespräche über das Wesen des Krieges und begreift, dass er Schuld ganz anderer Art auf sich geladen hat.

Andrés Faulques hat sich in der Nähe eines Dorfes an der spanischen Küste in

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einem alten Turm niedergelassen. Drei Jahrzehnte ist er von Kriegsschauplatz zu Kriegesschauplatz gezogen, hat mit seiner Kamera festgehalten, was Menschen Menschen antun. Mehrfach war er selbst dem Tod nahe; seine Geliebte Olvido hat er durch eine Mine verloren. Jetzt lebt er völlig zurückgezogen und arbeitet an einem riesigen Fresko auf der Innenwand des Turmes. Todesszenen, Marter, Menschenaugen voll heilloser Angst. Ein Kriegspanorama, in das er mit eigenen Fotografien Erlebnisse, Begegnungen hineinarbeitet zu Farbe gewordenen Erinnerungen. Hatte er doch überall auf der Welt in den Kriegen, in all dem Chaos eine Struktur gesucht, die er durch die Kamera zu erkennen hoffte. Hatte es gewagt, Menschen ins Gesicht zu schauen, die mit dem Tode ringen. Doch die Fotografie hat längst ihre Wahrheit verloren.

Eines Tages kommt ein Besucher in Faulques’ Turm . Ein Fremder, dem er nur widerwillig Zutritt zu seiner Welt gestattet und der sich als Ivo Markovic vorstellt. Faulques hatte ihn einst bei Vukovar im ehemaligen Jugoslawien fotografiert. Als einen der vorbeiziehenden Überlebenden einer geschlagenen kroatischen Einheit. Bauern, Studenten, Beamte gegen serbische Panzer. Zufällig hatte Faulques den einen mit den hellen, maßlos leeren Augen ausgewählt. Sekunden nur, dann waren sie weitergezogen. Vier Wochen später fiel Vukovar, und seine Verteidiger gingen in den Tod. Faulques’ Bild wurde ausgezeichnet als Symbol des Krieges, als Symbol für alle Soldaten in allen Kriegen. So wurde Markovic berühmt, ohne dass ihn jemand gefragt hätte. Sein Fotograf war überzeugt, dass er mit Vukovar gefallen war. Doch er überlebte und bezahlte für den unfreiwilligen Ruhm einen hohen Preis. Denn auch die Feinde hatten das Foto gesehen. Jahre nach Gefangenschaft, Folter und schmerzlichen Verlusten machte er sich auf die Suche nach dem Fotografen, um ihn zu töten.

Doch zunächst will er ihn kennen lernen. Vier Tage reden sie über ihre Erfahrungen, erinnern sich und erkennen sich als Überlebende, die der Schrecken des Gesehenen gezeichnet hat und die er verbindet. Immer wenn Markovic geht, arbeitet Faulques an seinem Gemälde weiter, träumt wieder von Olvido und ihrer zynischen Schönheit, ergänzt seine Farbe gewordenen Erinnerungen, lauscht dem Schmerz, der immer häufiger seinen Körper heimsucht. Nach dem letzten Gespräch mit Markovic, begreift er, dass die weißen Stellen seines Bildes bleiben müssen. Er hat den Krieg als Spiegel des Lebens begriffen, der immer blinde Flecken behält. Aber erst im Angesicht des eigenen Todes gibt er sein letztes Geheimnis, seine wirkliche Schuld preis.

In seinem Roman entwirft der große spanische Bestseller-Autor Pérez-Reverte wie auf einem Schachbrett die Konfrontation zweier Menschen, die sich als Gegner gegenüberstehen, aber in Wahrheit dasselbe Schicksal teilen. Sie haben den Krieg als Ort des Sterbens und des Leben, als Ort der Liebe und des Tötens gesehen. Sie haben an sich selbst erlebt, wie der zivilisatorische Firnis abfällt und der gefährliche Kern jedes Menschen hervortritt. Ein aktuelles literarisches Kammerspiel um Zynismus, Schuld und den zum Scheitern verurteilten Versuch, unbeteiligt zu bleiben.

btb
TB-Ausgabe
288 Seiten
€ 9,00
 
Autor / Autorin:
Arturo Pérez-Reverte, geboren 1951 im spanischen Cartagena, ist Schriftsteller und Journalist.

Seine Romane sind in 34 Sprachen übersetzt und in über 50 Ländern erschienen, sein Welterfolg "Der Club Dumas" wurde von Roman Polanski unter dem Titel "Die neun Pforten" verfilmt. 2003 wurde er in die Königliche Akademie Spaniens berufen.

 
     
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