"Der Lippenstift meiner Mutter" katapultiert uns mitten hinein in das Herz von Masuren, in die kleine Stadt Dolina Ró? und zu ihren Bewohnern:
die rosenkranzbetenden Großmütterchen und die verruchte Dorfschönheit, der ehemalige Wehrmachtssoldat und die prügelnden Väter, eine stalinistische Dichterin, der warmherzige Schuster Kronek und natürlich die rebellierende Jugend, die verbotene Platten hört und Pläne für eine Revolution ausbrütet.
Das beschauliche Dolina Ró? steht aber schlagartig Kopf, als unvermittelt Barteks Großvater, ein melancholischer und geheimnisumwitterter Eisenbahner, von
allen bloß "Franzose" genannt, aus dem Ausland
zurückkehrt. In dem sich rasch
entspinnenden Chaos muss der junge Bartek seinen Platz finden. Keine leichte Aufgabe, schließlich hat Bartek vor allem Augen für seine unsichtbare Geliebte Meryl Streep sowie den Lippenstift seiner Mutter.
Mit Bartek hat Artur Becker eine wunderbare Romanfigur erschaffen: Ein polnischer Holden Caulfield, ein – wie sein amerikanisches Pendant – nicht besonders guter Schüler, ein Eigenbrötler, Träumer und Rebell, ein junger Kerl in der bizarren Welt der „Großen“, einer der abhauen will, um dem Spießertum zu entkommen und um endlich sein Mädchen zu finden.
Er ist Romancier, Lyriker und Essayist. Nach „Die Zeit der Stinte“ (dtv 2006) und „Das Herz von Chopin“ (Hoffmann und Campe 2006) veröffentlichte er 2008 „Wodka und Messer. Lied vom Ertrinken“ bei weissbooks.w. Im März 2009 erhielt Becker den Adelbert-von-Chamisso-Preis.
Pierre Wazem, Tom Tirabosco:
Im Dunkeln
Avant-Verlag, Broschur
Toine Heijmans:
Irrfahrt
Arche, Festeinband
Virginie Despentes:
Apokalypse Baby
Berlin Verlag, Festeinband
Florian Scheibe:
Weiße Stunde
Luftschacht, Festeinband
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