Der Originaltitel "Monster" ist nur ein Name. Eben der von 'Monster', seines Zeichens Monster-Jäger, ausgebildet am Greater New Jersey Community Collegius Arcanus mit Abschluss in Angewandter Runenwissenschaft mit Nebenfach Kryptobiologie. Seine Hautfarbe: jeden Tag anders. Seine Ehefrau - kennen und lieben und verachten gelernt über eine Anzeige im Unterwelt Wochenblatt - bleibt rötlich, bis auf die rabenschwarzen Lippen: Sie ist ein Sukkubus, ständig umweht von einem Hauch Schwefel. Monster hat sie per Ehevertrag aus den Höllenkreisen befreit und nur die Verschmähte-Frau-Klausel bewahrt sie davor ihren Gatten zu zerfleischen. Im Vertrag stand auch was von jederzeit verfügbarem Sex. Das hatte Monster falschrum verstanden. Der Sukkubus braucht den regelmäßig, gut dass der, ob nun Monster Lust hat oder nicht, per Fingerzeig Erektion verschaffen kann. Mit einem Wort: Die Ehe ist schon nach einem Jahr gründlich am Ende, und das ist nicht das einzige Menschliche, das A. Lee Martinez seinen liebenswerten Fabelwesen aller jemals dagewesener Gattungen aufdrückt.
Monster-Jäger Monster's Assistent ist ein besserwisserischer Papier-Gnom, der sich selbstredend in alles mögliche falten kann, mal als Papier-Vogel durch die Gegend fliegt und mal als schmales Männlein seinen Chef ärgert. Vor einem hat er Angst: wütende Kunden lassen sich immer wieder verleiten, noch brennende Zigaretten nach ihm zu schnippen... Da er irgendwas mit der 6. Dimension zu tun hat, kann Monster ihn nach der Arbeit auf Handteller-Größe zusammenfalten und in die Tasche stecken.
New Jersey drückt es schon aus: Was tut man da? Man blickt neidisch nach Norden auf New York. So sind auch die paar echten Menschen in "Monsterkontrolle - Die Schonzeit für Mutanten ist vorbei!" Dudes und Underdogs, die sich mit zweifelhaften Jobs über Wasser halten und sich dann auch noch mit gefräßigen Yetis, feuerspeienden Katzen und äonenalten Zaubererinnen herumschlagen müssen.
Monster fängt also solch Zeugs, das eigentlich in der Hölle oder im Fabelreich sein sollte und liefert es ab beim Kryptobiologischen Sicherheits- und Rettungsdienst KSRD. Da gibt's dann für Yeti-Klauen oder -Zähne verschieden hohe Belohnungen. Immer öfter wird Menschenfrau 'Judy' von Trollen und sonstigem Spökes heimgesucht. Monster eilt zur Hilfe, gerät zum ersten Mal an seine Grenzen und muss schlussendlich zusammen mit Judy das Universum retten, nichts weniger.
Ständig hat A. Lee Martinez nette Gags parat, wie die kleinen Püppchen, die Monster als Handy-Ersatz benutzen muss. Von seiner Sukkubus-Frau aufgedrängt, sind die wesentlich quengeliger und lassen sich nicht ausschalten. Gebaut sind sie aus Kleinen Teufeln; zertritt Monster genervt ein Püppchen, kann sich der Kleine Teufel rächen, worin sein ganzer Daseinszweck liegt und beschert Monster ein Furunkel auf der Nase oder sonstige Unbill.
"Monsterkontrolle - Die Schonzeit für Mutanten ist vorbei!" ist Harry Potter auf White American Trash oder sonstige Hautfarben und mit wesentlich mehr anarchischem Humor.
1. Jörg-Uwe Albig: Berlin Palace (2010)
3. Paul Di Filippo: Mund voll Zungen (2010) - Orig.: A Mouthful of Tongues (2002), engl.
5. John Brunner: Morgenwelt (2000) - Orig.: Stand on Zanzibar (1968), engl.
Ernest Cline:
Ready Player One
Crown, Festeinband
John M. Cusick:
Girl Parts - Auf Liebe programmiert
Baumhaus, Festeinband
Charles Stross:
Rule 34
Ace, Festeinband
Ben Tripp:
Infektion
Heyne, Broschur
Thomas Thiemeyer:
Das verbotene Eden - David und Juna
Pan, Festeinband
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